Wunderbare Vorsehung

Wir jagen besonderen geistlichen Erfahrungen hinterher und meinen, Gott nur zu erleben, wenn wir ein tolles Gefühl im Lobpreis oder eine besondere Gebetserhörung erfahren. Dabei haben Generationen von Christen vor uns Gott im ganz Alltäglichen gesehen und seine Wunder in der Schöpfung und Lenkung der Welt gepriesen. Die Theologie nennt das beständige Wirken Gottes in der Welt seine Vorsehung oder Fügung. Im Psalm 104 haben wir ein wunderschönes Bild davon:

Sei mir tausendmal gegrüßet

Sei mir tausendmal gegrüßet,
der mich je und je geliebt,
Jesu, der du selbst gebüßet
das, womit ich dich betrübt!
Ach wie ist mir doch so wohl,
wenn ich knien und liegen soll
an dem Kreuze, da du stirbest
und um meine Seele wirbest.

Ich bedenke alle Stunden
deiner Leiden große Zahl,
denke deiner heil’gen Wunden,
deiner blut’gen Nägelmal‘.
O wer kann, du Lebensfürst,
den so sehr nach uns gedürst’t,
deine Liebe recht ergründen,
ohne Trost darin zu finden?