Kein Platz für Wahrheit

Theologie, die Lehre von Gott, ist ein Fremdwort in unseren Gemeinden geworden, teilweise sogar ein Haßwort. Wir wollen Gemeinde bauen, Gemeinschaft leben, Menschen mit dem Evangelium erreichen. Da bleibt keine Zeit für die dröge Beschäftigung mit tieferen Wahrheiten. Nur was funktioniert, zählt. Viele Christen begnügen sich mit einem oberflächlichen Gottesbild und mit einer Einstiegskenntnis der Bibel, solange sie für ihr Leben Trost und Halt finden.

David Wells beschäftigt sich in seinem denkwürdigen Buch „No Place for Truth: or Whatever Happened to Evangelical Theology?“ mit den Gründen für die nebensächliche Rolle bzw. das Verschwinden der Theologie in den evangelikalen Gemeinden.

Gottesfinsternis

Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. (Römer 1:21)

Im Zuge der Vorbereitungen auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation wird von Seiten der Kirche überlegt, wie der Glaube an Gott den heutigen Menschen vermittelbar sei. Das bestimmende Motto wird „Gott neu denken“ sein. Über den Einfluß der Moderne und den Rückgang von Religiosität in der westlichen Welt wurden viele Gedanken angestellt und Kommentare verfaßt. Dazu gehören die lesenswerten Bücher von Martin Buber – Gottesfinsternis, David Wells – No Place for Truth, Michael Horton – Beyond Culture Wars, Os Guiness – No God but God und natürlich die Werke von Francis Schaeffer.