Das Reich Gottes

Man ist heute schnell dabei, den Gedanken des Reiches Gottes im Neuen Testament auf die gesamte Gesellschaft auszudehnen und auf dieser Grundlage Christen herauszufordern, sich in der Gesellschaft zu engagieren, weil das ja „Arbeit am Reich Gottes“ sei.

Dieser Vorgang zeigt, wie gefährlich es ist, Begriffe der Heiligen Schrift aus ihrem biblisch-theologischen Kontext zu reißen und sie mit neuen Inhalten zu füllen. Dadurch wird mitunter die ursprüngliche Aussage der biblischen Autoren ins Gegenteil verkehrt.

Was ist der Auftrag der Gemeinde?

Michael Horton versucht in seinem Buch „Beyond Culture Wars“ die Frage zu beantworten, womit wir uns als Christen in einer zunehmend gottesfernen Kultur hauptsächlich beschäftigen sollten. Geht es darum, politische Ämter zu gewinnen und damit Einfluß auf die Regierung des Landes zu nehmen? Sollten Christen sich darauf konzentrieren, durch Protestaktionen den Verfall christlicher Werte öffentlich zu beklagen und versuchen aufzuhalten? Für Horton ist ganz klar: Das Neue Testament sieht den Auftrag der Christen nicht primär in der politischen Einflußnahme, sondern in der Verkündigung des Evangeliums.

Das Evangelium in der Mitte der Bibel, im Zentrum unseres Lebens

Graeme Goldsworthy gilt als einer der zentralen Vordenker der modernen, biblischen Theologie. Bei diesem theologischen Ansatz wird versucht, die Bibel als Geschichte der Offenbarung Gottes zu lesen, und den roten Faden eines Themas durch die Bibel hindurch zu verfolgen.

Für Goldsworthy ist das zentrale Thema, um das die Offenbarung im Wort Gottes gestrickt ist, das Evangelium. Das Leben, der Tod und die Auferstehung des Messias ist der Mittelpunkt, auf den alles hinläuft und von dem später alles ausgeht.

In der Dreierreihe „The Goldsworthy Trilogy: Gospel & Kingdom, Gospel & Wisdom, The Gospel in Revelation“ lernen wir kennen, wie der Autor durch die Mittel der biblischen Theologie das Evangelium als treibendes Thema jedes Bibelabschnitts herausarbeitet.