Der Mensch unter der Sünde

Kannst du das [Gesetz] vollkommen halten?

Nein,  denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen. Röm 3, 10-12.23 / 1. Joh 1, 8.10 / Röm 8, 7 / Eph 2, 3

Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein. 1. Mose 1, 31

Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet: 1. Mose 1, 26.27
wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen. 2. Kor 3, 18 / Kol 3, 10 / Eph 4, 24

Advantages from Remaining Sin – Ein Brief von John Newton

My last two letters touched upon a mournful subject, the depravity of the heart, which impedes us when we would do good, and pollutes our best intended services with evil. We have cause, upon this account, to go softly all our days; yet we need not sorrow as they who have no hope. The Lord has provided his people relief under those complaints, and teaches us to draw improvement from them. If the evils we feel were not capable of being over-ruled for good, he would not permit them to remain in us. This we may infer from his hatred to sin, and the love which he bears to his people.

Wie definieren unterschiedliche religiöse Traditionen die Erbsünde?

  • die römisch-katholische Sicht
    • Die Sünde Adams kostete ihm und der ganzen Menschheit die ursprüngliche Heiligkeit, die Gott ihm gab. Aber diese ursprüngliche Sünde wird den Nachkommen Adams nicht als persönliche Schuld angerechnet. Nur freiwillige Übertretung ist Sünde. Die Begierde (Konkupiszenz), die verbleibt, ist keine Sünde. Erbsünde ist nur ein Mangel an Heiligkeit, ein Fleck oder eine Deformation. Die gefallene menschliche Natur ist nicht vollkommen verdorben worden, noch hat sie die Fähigkeit verloren, auf Gottes Liebe zu antworten. Demnach hat die Erbsünde die Freiheit des Willens geschwächt aber nicht vollkommen zerstört.

Allah plant das Verderben der Menschen

Muhammad schien sehr besorgt zu sein, weil viele aus seinem eigenem Stamm ihn ablehnten. Deshalb erklärte Allah ihm an mehreren Stellen im Koran, daß der Unglaube letztlich auf seinen göttlichen Willen zurückzuführen sei. Allah sendet Dämonen aus, um die Ungläubigen in ihrem falschen Glauben zu bestärken. Er führt Menschen zur Sünde, damit er sie dann dafür bestrafen kann und er will die Hölle mit Menschen füllen.

Und wenn Wir eine Stadt zu zerstören beabsichtigen, lassen Wir Unseren Befehl an ihre Wohlhabenden ergehen; wenn sie in ihr freveln, so wird der Richtspruch gegen sie fällig, und Wir zerstören sie bis auf den Grund. Sure 17:16

Das Primat der Erfahrung

Als ich neulich einem Pastor gegenüber andeutete, daß das Konzept Sünde und die Heiligkeit Gottes in seiner Verkündigung fehlen, antwortete er mir:

Ich erlebe Gott so nicht. Ich erlebe den Gott der Bibel als einen zugewandten Gott.

Ich halte diese Aussage als typisch für eine sogenannte Erfahrungstheologie. Bei dieser bestimmt meine Erfahrung, wie ich an einzelne Bibeltexte herangehe, welche Stellen ich mehr betone und welche ich weniger betone oder gar weglasse. Ich mache bestimmte Erfahrungen mit Gott, auf Grundlage einiger Bibelstellen die ich zur Anwendung bringe, und diese Erfahrungen bestimmen dann mein Bild von Gott, welches zu einer Brille wird, mit der ich den Rest der Bibel lese.

Ablenkungen vom Glauben

Im Laufe meiner Arbeit mit Studenten und später in der Gemeinde habe ich die Erfahrung gemacht, daß Christen, die gerade im Prozeß sind, im Glauben und in der Nachfolge zu wachsen, auf drei Wegen versucht werden:

  • Eine Beziehung, die sich plötzlich ergibt oder das Interesse daran, so daß nur noch wenig Zeit für Jüngerschaft bleibt bzw. die Versuchung besteht, Entscheidungen zu treffen, die den Glauben kompromittieren.
  • Studium bzw. Arbeit, die plötzlich so wichtig wird und Zeit in Anspruch nimmt, so daß wiederum nur noch wenig Zeit für Jüngerschaft übrigbleibt. Oder man nimmt eine Arbeitsstelle bzw. Studien-/Praktikumsplatz irgendwo auf, wo es keine gute Gemeinde gibt und der Jüngerschaftsprozeß nicht weiter unterstützt werden kann.

Die Anbetung unseres Herzens

Timothy Keller macht in vielen seiner Predigten den Punkt, daß der Kern des menschlichen Problems mit der Sünde der Götzendienst ist.

Wenn ich als Christ, der sich schon zu Jesus bekehrt hat und von Neuem geboren wurde, dennoch langfristig immer wieder mit einer Sünde oder der Neigung zu einer Sünde in meinem Leben zu kämpfen habe, dann verbirgt sich dahinter ein falscher Gott, den ich mit einem bestimmten Teil meines Herzens immernoch anbete.

Der vergängliche Genuß der Sünde

Er zog es vor, mit dem Volk Gottes Bedrängnis zu erleiden, anstatt den vergänglichen Genuss der Sünde zu haben, da er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze, die in Ägypten waren; denn er sah die Belohnung an. Hebräer 11:25‭-‬26

In Bezug auf die Sünde betont die Bibel immer wieder, daß ihr Genuß vergänglich und leer ist. Sie bietet ein Vergnügen auf Zeit (kairos).

Ein Antrieb, der Sünde zu entsagen, ist sie mit den ewigen Freuden zu vergleichen, die wir durch die Beziehung zu Gott haben.

Das Evangelium der Gnade nach Augustinus

In seiner ergreifend geschriebenen Autobiographie „Bekenntnisse“ schildert der Kirchenvater Augustinus, wie er zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist. Dabei geht er auch sehr offen mit der Sünde in seinem Leben um. Eine Begebenheit aus dem vierten Kapitel des zweiten Buches ist besonders eindrücklich: