Der Mensch unter der Sünde

Kannst du das [Gesetz] vollkommen halten?

Nein,  denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen. Röm 3, 10-12.23 / 1. Joh 1, 8.10 / Röm 8, 7 / Eph 2, 3

Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein. 1. Mose 1, 31

Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet: 1. Mose 1, 26.27
wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen. 2. Kor 3, 18 / Kol 3, 10 / Eph 4, 24

Wie definieren unterschiedliche religiöse Traditionen die Erbsünde?

  • die römisch-katholische Sicht
    • Die Sünde Adams kostete ihm und der ganzen Menschheit die ursprüngliche Heiligkeit, die Gott ihm gab. Aber diese ursprüngliche Sünde wird den Nachkommen Adams nicht als persönliche Schuld angerechnet. Nur freiwillige Übertretung ist Sünde. Die Begierde (Konkupiszenz), die verbleibt, ist keine Sünde. Erbsünde ist nur ein Mangel an Heiligkeit, ein Fleck oder eine Deformation. Die gefallene menschliche Natur ist nicht vollkommen verdorben worden, noch hat sie die Fähigkeit verloren, auf Gottes Liebe zu antworten. Demnach hat die Erbsünde die Freiheit des Willens geschwächt aber nicht vollkommen zerstört.

Zwei Worte zu Trump

Ich habe einige christliche Freunde, die Trump vehement verteidigen und sich freuen, daß er Dinge anspricht, die ihnen schon lange auf dem Herzen liegen. Andere wiederum kritisieren ihn genauso vehement und ärgern sich an seinem Verhalten und den Werten, die er repräsentiert. Nach meiner Erfahrung gibt es Aspekte der christlichen Botschaft, die beide Lager oft übersehen. Auf sie möchte ich kurz hinweisen und damit für mehr Demut und Verständnis werben.

Christen, die Trump unterstützen, sehen ihn oft als Galionsfigur konservativer Werte. Er setzt sich gegen Abtreibung ein, für die persönliche Verantwortung des Einzelnen und für, aus ihrer Sicht, berichtigte nationale Interessen. Außerdem scheint er die Situation der weltweiten Verfolgung von Christen mehr auf dem Schirm zu haben als sein Vorgänger.

Kapitalismus und Sozialismus im Licht des Sündenfalls

„Kapitalismus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Kommunismus ist das Gegenteil.“ alter polnischer Witz

Nach welcher ökonomischen Gerechtigkeit sollten Christen streben?

Die eine Schule sieht ökonomische Gerechtigkeit als Fairness im Verfahren. Menschen in ähnliche Umständen sollten eine gleiche Behandlung erfahren. Die Betonung liegt auf einer fairen Transaktion: beide Parteien sollten zufrieden sein, denn es herrscht eine gewisse mathematische Gerechtigkeit. Gerechtigkeit wird anhand der Spielregeln gemessen, nicht anhand des Ergebnisses des Spiels. Der Fokus liegt auf den Prozessen, nicht den Ergebnissen. Maximale Freiheit und minimale Einmischung werden geschätzt. Diese Sicht wird unter anderem von F.A. Hayek und Milton Friedman verteidigt.