Keine blinde Liebe für Gott

John Owen plädiert in seinem Buch zur Christologie (der Lehre von Christus) in einem Abschnitt, der über unsere Liebe spricht, die wir zu Christus haben sollen, dafür daß diese niemals rein gefühlsmäßig und losgelöst vom Gebrauch des Verstandes sein sollte.

Während Gott verlangt, daß wir ihn mit unserer ganzen Seele und unserem ganzen Verstand lieben, wollen diese Menschen eine Liebe zu Gott, die nur den Willen und die Gefühle mit Gott verbindet, ohne daß der Verstand gebraucht wird. Liebe ist die Handlung unserer ganzen Seele. Aber diese Männer haben sich eine Liebe ausgedacht, die sie bewundern und preisen, welche ihren Verstand völlig umgeht. Und durch diese eingebildete Liebe sind sie in viele lächerliche Exzesse und offene Verführungen gefallen, was ihre eitle Liebe völlig offenbart, die sie vorgeben zu haben.

Wayne Grudem zur Klimadebatte

In seinem äußerst umfangreichen Buch „Politics – According to the Bible“ versucht Wayne Grudem eine christliche Position gegenüber einer Vielzahl von Problemen zu entwickeln, die momentan in der Politik diskutiert werden. Ein längeres Kapitel befaßt sich mit Fragen zum Thema Umwelt- bzw. Klimaschutz.

Zum einen deckt Grudem auf, wie vorurteilsgesteuert viele Modelle sind, die dazu gebraucht werden, um Entwicklungen der Umwelt zu berechnen. Oft müssen Faktoren gewichtet werden (Wirken sie sich positiv oder negativ aus und wenn ja, wie stark?), wobei diese Wichtung höchst subjektiv ist.

Was sagt denn die Schrift?

Das baptistische Glaubensbekenntnis von 1649 enthält folgende interessante Passage zur Herangehensweise an die Heilige Schrift und zur Art und Weise, wie man Theologie betreiben sollte:

Der ganze Ratschluß Gottes bezüglich all der Dinge, die zu seiner eigenen Ehre und für die Erlösung, den Glauben und das Leben des Menschen notwendig sind, ist entweder ausdrücklich in der Schrift dargelegt oder kann mit Gewißheit aus der Schrift erschlossen werden. Zu ihr darf zu keiner Zeit irgend etwas hinzugefügt werden, weder durch neue Offenbarung des Geistes noch durch menschliche Überlieferungen. (siehe 2 Tim 3,15-17; Gal 1,8-9)

Ein reformierter Bücherschrank

Daniel Hyde empfiehlt in seinem Buch „Welcome to a Reformed Church“ mehrere Bücher für Menschen, die sich für die reformierte Lehre interessieren oder zum ersten Mal eine reformierte Kirche besuchen.

Theologie


Allgemein

Robert Godfrey – An Unexpected Journey: Discovering Reformed Christianity

Michael Horton – Putting Amazing Back into Grace

R.C. Sproul – What Is Reformed Theology? Understanding the Basics

Johannes Calvin – Christliche Glaubenslehre

Bund

Michael Horton – God of Promise: Introducing Covenant Theology

Gott

J.I. Packer – Gott erkennen

R.C. Sproul – Die Heiligkeit Gottes

R.C. Sproul – Chosen by God

Jüngerschaft in der dritten Generation

Download (mp3)

  • Der Hebräerbrief betont die langfristige Perspektive im christlichen Leben.
    • 14 Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten. (Hebräer 3:14)
    • 11 Wir wünschen aber, daß jeder von euch denselben Eifer beweise, so daß ihr die Hoffnung mit voller Gewißheit festhaltet bis ans Ende, 12 damit ihr ja nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. (Hebräer 6:11-12)
    • 36 Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. (Hebräer 10:36)

Theologia Crucis

In diesem Video reden Mark Driscoll und Joshua Harris mit Francis Chan über seinen Schritt, eine große, funktionierende Gemeinde zu verlassen und eine neue Gemeinde in Los Angeles zu gründen, welche die radikale Nachfolge Jesu im Zentrum hat.

Es fällt auf, wie stark Chan von den beiden anderen hinterfragt wird, warum er den Schritt macht, eine Stelle des guten Ansehens, Einkommens und Einflusses zu verlassen, um nochmal neu in relativer Unbekanntheit zu starten. Es wird deutlich, wie sehr die evangelikale Bewegung von Götzen beeinflußt ist und Chan muß sich mehrfach erklären, daß er diesen Weg nicht geht, weil er eine falsche Theologie der Armut hat, sondern weil er von Herzen Christus liebt und vor allem ihn immer besser kennenlernen will.

Eine Geschichte der Irrlehre

Wie kommt es zu falscher Lehre? Ab wann ist eine Meinung, die man vertritt, als falsche Lehre zu bezeichnen? Alister McGrath untersucht diese Fragen in seinem Buch „Heresy – A History of Defending the Truth“.

Er wendet sich in seiner Analyse gegen einige falsche Darstellungen von Häretikern. In der Antike hat man falsche Lehrer gern als von außerhalb des Christentums kommend dargestellt, die mit ihrer Irrlehre dem wahren Glauben schaden wollen. Wenn man sich aber die Entwicklung in der frühen Kirche anschaut, dann war Orthodoxie, der richtige Glaube, oft aus einem Entwicklungs- und Explorationsprozeß entstanden, auf dem sich manche Äste als langfristig nicht tragbar erwiesen hatten. Es war keineswegs immer aus böser Absicht oder nichtchristlicher Überlegung, daß man Positionen entwickelt hat, die später als Irrlehre eingestuft wurden.

Kein Platz für Wahrheit

Theologie, die Lehre von Gott, ist ein Fremdwort in unseren Gemeinden geworden, teilweise sogar ein Haßwort. Wir wollen Gemeinde bauen, Gemeinschaft leben, Menschen mit dem Evangelium erreichen. Da bleibt keine Zeit für die dröge Beschäftigung mit tieferen Wahrheiten. Nur was funktioniert, zählt. Viele Christen begnügen sich mit einem oberflächlichen Gottesbild und mit einer Einstiegskenntnis der Bibel, solange sie für ihr Leben Trost und Halt finden.

David Wells beschäftigt sich in seinem denkwürdigen Buch „No Place for Truth: or Whatever Happened to Evangelical Theology?“ mit den Gründen für die nebensächliche Rolle bzw. das Verschwinden der Theologie in den evangelikalen Gemeinden.

Gottesfinsternis

Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. (Römer 1:21)

Im Zuge der Vorbereitungen auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation wird von Seiten der Kirche überlegt, wie der Glaube an Gott den heutigen Menschen vermittelbar sei. Das bestimmende Motto wird „Gott neu denken“ sein. Über den Einfluß der Moderne und den Rückgang von Religiosität in der westlichen Welt wurden viele Gedanken angestellt und Kommentare verfaßt. Dazu gehören die lesenswerten Bücher von Martin Buber – Gottesfinsternis, David Wells – No Place for Truth, Michael Horton – Beyond Culture Wars, Os Guiness – No God but God und natürlich die Werke von Francis Schaeffer.