Gott im Leid begegnen

Timothy Keller faßt im Nachwort zu seinem Buch „Gott im Leid begegnen“ die wichtigsten Gedanken seiner tiefschürfenden Auseinandersetzung mit dem Thema Leid zusammen:

  1. Die Arten des Leids
    • Leid als Resultat von falschem Verhalten
      • Die Folge ist ein Gefühl von Schuld und Scham.
    • Leid als Resultat von Verrat und Angriffen anderer Menschen
      • Die Folge ist ein Gefühl von Wut und Bitterkeit.
    • Leid als universelle Erfahrung des Verlustes (Tod, Krankheit, Armut)
      • Die Folge ist ein Gefühl von Trauer und Furcht.
    • Leid als Horror (Massenerschießung)
      • Die Folge ist ein Gefühl von Verwirrung und Wut auf Gott.

Vorsicht vor der Verführerin

Das Buch der Sprüche ist eigentlich ein geistliches Lehrbuch eines Vaters an seinen Sohn bzw. eines Meisters an seinen Schüler. Es enthält ernstgemeinte und zugleich liebevolle Warnungen vor geistlichen Gefahren, die dazu führen können, daß man Schiffbruch im Glauben erleidet. Im fünften Kapitel schreibt der geistliche Vater an seinen Ziehsohn:

Neue Gemeinden braucht das Land

Wie kann man bestehende Gemeinden verändern? Insbesondere wenn man das Anliegen hat, daß sich Gemeinden wieder am Evangelium ausrichten, stellt sich diese Frage mitunter recht häufig, wenn man die Gemeindelandschaft in der eigenen Region anschaut oder vielleicht sogar die Gemeinde, in der man selbst Mitglied ist.

Mark Dever hat das sehr hilfreiche Buch „Der Weg zur authentischen Gemeinde“ geschrieben, welches viele Anregungen gibt, wie man Veränderungsprozesse in der eigenen Gemeinde anstoßen kann. Allerdings hat man es oft mit einem enormen Widerstand zu tun. Dieser stammt zu einem großen Teil daher, daß Menschen an bestimmte Überzeugungen und Formen gewöhnt sind und diese nur schwer ändern wollen. Im Marketing spricht man bei der Einführung von Innovationen von sogenannten frühen Übernehmern, denen eine Mehrheit gegenübersteht, die erstmal sehen will, daß sich die Innovation bewährt hat, bevor sie bereit ist, sie selbst zu übernehmen.

Die Anbetung unseres Herzens

Timothy Keller macht in vielen seiner Predigten den Punkt, daß der Kern des menschlichen Problems mit der Sünde der Götzendienst ist.

Wenn ich als Christ, der sich schon zu Jesus bekehrt hat und von Neuem geboren wurde, dennoch langfristig immer wieder mit einer Sünde oder der Neigung zu einer Sünde in meinem Leben zu kämpfen habe, dann verbirgt sich dahinter ein falscher Gott, den ich mit einem bestimmten Teil meines Herzens immernoch anbete.

Unsere geliebten Götzen

In seinem Buch über Götzendienst gibt Timothy Keller am Ende eine Liste zeitgenössischer Götzen mit, die auch heute noch unser Leben beherrschen. Martin Luther sprach in seiner ersten These davon, daß unser ganzes Leben ein Abwenden von unseren falschen Göttern und ein Hinwenden zum wahren Gott sein sollte:

Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, wollte er, daß das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.

Hoffnung in der säkularen Einsamkeit

In diesem Vortrag zeichnet Timothy Keller die Entwicklung hin zum gegenwärtigen Individualismus nach, der allzuoft in Einsamkeit mündet. Er gründet seine Argumentation auf zwei bahnbrechende Bücher des 20. Jahrhunderts: Charles Taylor – Ein säkulares Zeitalter und Habits of the Heart von Robert Bellah.

Dabei zeigt Keller nicht nur die Probleme von Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung auf, sondern geht auch kritisch mit der Kirche ins Gericht, die es nicht geschafft hat, die Attraktivität des Evangeliums zu zeigen, welches die Identität des Menschen weder im Staat, der Familie oder im Volk verankert, aber auch nicht im eigenen Selbst, sondern in Christus. Mitunter hat die Kirche durch ihr schlechtes Zeugnis in der Gesellschaft die Menschen in gewisser Hinsicht gezwungen, sich außerhalb der Kirche nach Lösungen für gesellschaftliche und persönliche Probleme umzusehen.