Eine Kultur, die nicht mehr trauern kann

Ein Nebeneffekt unserer areligiösen Gesellschaft ist, daß man die Fähigkeit zum Trauern verloren hat. Man lebt nur noch im Tagesgeschäft oder will möglichst schnell dahin zurückkehren. Besonders deutlich wurde das für mich durch den Umgang mit dem Terroranschlag in Berlin. Wo andere Länder eine Staatstrauer verhängen, fand man sich bei uns mit einem Gedenkgottesdienst ab, zu dem noch nicht mal alle Angehörigen eingelassen wurden, da hochranginge Politiker anwesend waren und deren Schutz vorging.

In einem bewegenden Artikel für Die Welt berichten die Angehörigen von ihrer Fassungslosigkeit, als von der Stadt Berlin nicht zuerst eine Mitleidsbekundung eintraf, sondern ein Gebührenbescheid der Gerichtsmedizin.

Über die Trauer

C.S. Lewis hat seine Frau spät geheiratet und früh verloren. Um mit dem Schmerz des Verlusts umzugehen, schrieb er zunächst anonym darüber, welche Gedanken und Gefühle er seit dem Tod seiner Frau hatte.

Was mich zunächst an dem Buch überraschte war, wie schonungslos ehrlich C.S. Lewis seine Gefühlswelt offenlegt, mit allen Zweifeln, aller Wut und Bitterkeit aber auch mit allen Fragen an Gott, die damit zusammenhängen. Hier ein Beispiel:

Eine bessere Auferstehung

Am 20. August 2014 ist mein Vater überraschend verstorben. Ich möchte hier die Predigt der Trauerfeier wiedergeben, die unter anderem auf Johannes 11:25 eingeht, mit dem Versprechen Jesu:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

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