Anonyme Christen?

Im 20. Jahrhundert sprach der katholische Theologe Karl Rahner davon, daß auch Menschen in anderen Religionen Christen sein können, selbst wenn sie es gar nicht wissen. Er nannte diese Menschen „anonyme Christen“. Seitdem versuchen auch viele Evangelikale eine Theologie zu entwickeln, die den Alleinanspruch Jesu nicht mehr in den Mittelpunkt nimmt, sondern allen Menschen die Möglichkeit gibt, auf ihre Weise Gott zu erkennen und am Ende gerettet zu sein (Inklusivismus).

Brian McLaren, ein Vertreter der emergenten Gemeindebewegung, schreibt zum Beispiel über den Missionsbefehl:

John Pipers berühmteste Predigt

Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Galater 6:14

Zur OneDay Konferenz im Jahr 2000 hielt John Piper vor tausenden Jugendlichen seine wohl berühmteste Predigt. Ausgehend von Galater 6:14 erklärt er, daß wir unser Leben nicht mit nichtigen Dingen vergeuden sollen, sondern aus der Freude und dem Rühmen über das Kreuz es ganz dafür geben, daß andere diese Freude auch erfahren können.

Das entfesselte Wort

Für mich als Ostdeutscher war es sehr ermutigend, die erste Evangelium21 Regionalkonferenz in unserer Region zu haben. Wir trafen uns vom 20. zum 21. Januar in der Leipzig English Church zum Thema „Das entfesselte Wort“.

Zunächst sprach Martin Reakes-Williams, Pastor der Leipzig English Church, über den Umgang Jesu mit dem Wort Gottes in Lukas 24. Jesus ging in seinem Dienst von der absoluten Zuverlässigkeit, Autorität und Klarheit der Schrift aus. Er ist unser Vorbild, wie wir das Wort Gottes behandeln sollten.

Das Reich Gottes

Man ist heute schnell dabei, den Gedanken des Reiches Gottes im Neuen Testament auf die gesamte Gesellschaft auszudehnen und auf dieser Grundlage Christen herauszufordern, sich in der Gesellschaft zu engagieren, weil das ja „Arbeit am Reich Gottes“ sei.

Dieser Vorgang zeigt, wie gefährlich es ist, Begriffe der Heiligen Schrift aus ihrem biblisch-theologischen Kontext zu reißen und sie mit neuen Inhalten zu füllen. Dadurch wird mitunter die ursprüngliche Aussage der biblischen Autoren ins Gegenteil verkehrt.

Christus aus dem Alten Testament verkündigen

Das Alte Testament wird in den Predigten oft vernachlässigt, weil man unbewußt oder bewußt davon ausgeht, daß es keine Relevanz für den neutestamentlichen Christen hat. Diesem Vorurteil begegnet die biblische Theologie, die aufzeigen will, wie das ganze Alte Testament auf Christus hinweist und als Verdeutlichung des Evangeliums verstanden werden kann. Die Grundlage dazu bildet die Aussage von Jesus aus Johannes 5:39.

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.

Sidney Greidanus zeigt in seinem Buch „Preaching Christ from the Old Testament“ sieben Wege auf, wie man durch das Alte Testament auf Christus hinweisen kann.

Was ist der Auftrag der Gemeinde?

Michael Horton versucht in seinem Buch „Beyond Culture Wars“ die Frage zu beantworten, womit wir uns als Christen in einer zunehmend gottesfernen Kultur hauptsächlich beschäftigen sollten. Geht es darum, politische Ämter zu gewinnen und damit Einfluß auf die Regierung des Landes zu nehmen? Sollten Christen sich darauf konzentrieren, durch Protestaktionen den Verfall christlicher Werte öffentlich zu beklagen und versuchen aufzuhalten? Für Horton ist ganz klar: Das Neue Testament sieht den Auftrag der Christen nicht primär in der politischen Einflußnahme, sondern in der Verkündigung des Evangeliums.