Die Gründung der Sieben-Tags-Adventisten

Ich beschäftige mich gerade mit der Gründungsphase der Sieben-Tags-Adventisten anhand des Buchs von George Knight „A Search For Identity – The Development of Seventh-day Adventist Beliefs„. Für mich erstaunlich war es, daß die Gründerväter sowohl die Göttlichkeit Jesu als auch damit zusammenhängend die Dreieinigkeit leugneten.

Besonders interessant fand ich ihr Verständnis davon, wie ein Mensch erlöst wird. Grundlegend für die Bibelauslegung der Adventisten sind die Botschaften der drei Engel in Offenbarung 14. Der erste Engel predigt aus ihrer Sicht in Vers 7 die Rückkehr Jesu und das damit verbundene Gericht Gottes. Diese Predigt wurde 1844 erfüllt, indem der Gründervater William Miller die leibliche Rückkehr Jesu ausgehend von Daniel 8:14 für dieses Jahr voraussagte. Diese wurde dann in eine geistliche Rückkehr uminterpretiert, indem das Heiligtum, welches Jesu reinigt, nicht mehr als die Welt, sondern als das himmlische Heiligtum verstanden wurde. Jesus übt jetzt einen zweiten Dienst dort aus.

Werksgerechtigkeit light

Warum fehlt in vielen Gemeinden und im Leben vieler Christen die tiefe Freude, die doch das Evangelium eigentlich verspricht?

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluß haben. Johannes 10:10

Ich schließe mich der These von Michael Horton an, daß es daran liegt, daß an vielen Orten gar nicht wirklich das Evangelium predigt wird, sondern eine milde Form der Werksgerechtigkeit.

Erkläre!

Oft wird die christliche Botschaft folgendermaßen dargestellt: Jesus hat dir viel zu bieten (Frieden, Freude, Erfüllung, etc.). Um es zu empfangen, mußt du nur an ihn glauben.

Martin Luthers Kommentar zum Galaterbrief

In seinem Kommentar zum Galaterbrief verteidigt Luther das Evangelium auf energischste Weise (wie der Apostel Paulus selbst in seiner Epistel). Ich kann manche Aussagen Luthers zu den, wie er sie nennt, Sektierern und Wiedertäufern nicht teilen und denke, daß er nicht in allen Punkten seine Gedanken durch das Wort Gottes reformieren läßt, sondern doch mitunter zur Eisegese bzw. Sprungbrettauslegung neigt.

Aber, der Hauptpunkt des Galaterbriefs, daß wir nicht durch eigene Werke, sondern durch eine fremde Gerechtigkeit, die Martin Luther passive Gerechtigkeit nennt, vor Gott gerechtfertigt werden, den hämmert er eindrücklich in den Schädel jedes Lesers. Kein Wunder, daß Charles Wesley, der Bruder von John Wesley, durch das Lesen dieses Kommentars zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist.